Die AfD zählt auf Angst – Wir zählen aufeinander!
Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt bereiten vielen Menschen derzeit Sorgen. Doch wenn die AfD auf Spaltung setzt, ist unsere Antwort Zusammenhalt!
Wir reagieren und widersprechen: In unseren Stammtischkämpfer*innen-Seminaren lernen Menschen, wie sie rechten Parolen im Alltag widersprechen können – und treffen andere, die ebenfalls etwas bewegen wollen.
In Sachsen-Anhalt gehen wir nun in die Offensive: Vor der Landtagswahl schaffen wir Räume, in denen neue und erfahrene Antifaschist*innen zusammenkommen, voneinander lernen und sich gegenseitig stärken. Denn wir wissen: Widerspruch geht nur gemeinsam, Widerspruch beginnt mit dir.
Um ein Stammtischkämpfer*innen-Seminar zu organisieren, braucht ihr nicht viel. Wir unterstützen euch bei Finanzierungsmöglichkeiten und organisatorischen Fragen und haben ein großes Netzwerk an Teamenden.
Jetzt ein Stammtischkämpfer*innen-Seminar organisieren:
https://www.aufstehen-gegen-rassismus.de/stk-anfragen/
Seminare in Sachsen-Anhalt
Wernigerode – Partnerschaft für Demokratie Landkreis Harz
15. August von 10:00 bis 16:00
Material zur Landtagswahl
Flyer und Sticker zur Wahl können ab sofort bestellt werden: https://shop.aufstehen-gegen-rassismus.de/t/landtagswahlen-2026
Argumente zum widersprechen
Wahlkampfzeit ist immer auch die Zeit der Stammtischparolen. In den nächsten Wochen wird es wahrscheinlicher, dass du in der Familie, auf der Arbeit, und vielleicht sogar im Freundeskreis gegen AfD-Parolen argumentieren musst. Neben den praktischen Tipps aus unseren Stammtischkämpfer*innen-Seminaren kannst du dich auch mit konkreten Fakten vorbereiten. Im Folgenden findest du eine Auswahl an Argumenten gegen die AfD in Sachsen-Anhalt. Für unterwegs kannst du auch unseren Spickzettel nutzen.
Argumente aus dem Spickzettel
Soziale Sicherheit
Die AfD stellte sich wiederholt gegen höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen, Gewerkschafts- und Mitbestimmungsrechte.[1]
Ihr Steuerkonzept ist ein Umverteilungsprogramm von unten nach oben.
Weitere Informationen zur AfD als Gefahr für Arbeitnehmer*innen und soziale Sicherheit findest du in unserem Flyer zum Thema und hier: https://www.aufstehen-gegen-rassismus.de/fakten-afd-versprechen/#arbeitnehmer*innen
Demokratie
Die AfD ist nachweislich verfassungswidrig. Selbst ohne Zugang zu Geheimdienstinformationen konnte das nachgewiesen werden. Das sehr eindeutige Gutachten der Gesellschaft für Freiheitsrechte kannst du hier einsehen: https://afd-gutachten.de/
Politische Gegner*innen will sie kriminalisieren und bekämpfen. Eine “freiwillige Bürgerwacht” soll für Ordnung, Sauberkeit und Sicherheit sorgen.[2]
Die AfD verknüpft ihre Vorstellung von einem “deutschen Volk” mit dem politischen Ziel, die Rechte aller, die nach dem Verständnis der AfD nicht dazugehören, zu beschneiden. Zudem tritt die AfD für einen Law-and-Order-Staat ein, also für staatliche Zwangsmaßnahmen zur Wahrung von dem, was sich die AfD unter “Ordnung und Sicherheit” vorstellt. Individuelle Rechte bleiben bei einem autoritären Staatsumbau auf der Strecke. Demokratische Institutionen und Medien zählen zu den Feindbildern der AfD, staatliche Strukturen sollen untergraben werden.
Leben auf dem Land
Im Programm spricht die AfD halbherzig vom Ausbau des ÖPNV, stimmt allerdings dagegen, wenn es darauf ankommt.
- Sondervermögen für strukturschwache Regionen nutzen: Abgelehnt![3]
- Strukturwandel in ostdeutschen Kohleregionen absichern: Abgelehnt! [4]
- Bahn- und Infrastrukturprogramme ausweiten: Abgelehnt![5]
Freie Lebensgestaltung
Frauen werden auf ihre Rolle als Mutter begrenzt. Queere Menschen und alternative Lebensentwürfe bezeichnet sie als nicht normal. [6]
Familie ist für die AfD weiß, heterosexuell, in lebenslanger Ehe und der Garant der gesellschaftlichen Ordnung. Wer in das Bild nicht reinpasst, wird ausgegrenzt. Ehe für alle und Gleichstellung sollen abgeschafft werden. Stattdessen soll die Gebärfreudigkeit “deutschstämmiger” Frauen gestärkt werden, um das Staatsvolk zu vergrößern.
Ideologisches Fundament ist dabei der völkische Nationalismus. Die AfD wünscht sich in Deutschland eine homogene Volksgemeinschaft, zu der nach ihrem Verständnis nur gehört, wer per Abstammung hineingeboren wurde.
Weitere Informationen zur AfD als antifeministische Partei findest du in unserem Flyer zum Thema und hier: https://www.aufstehen-gegen-rassismus.de/fakten-afd-versprechen/#antifeministisch
Kultur und Bildung
Kultur und Bildung liegen zum größten Teil in der Verantwortung der Landespolitik. Das würde der AfD großen Spielraum in der radikalen Änderung der Kulturlandschaft und der Zerstörung freier Kunst bieten. Was sie will, verheimlicht sie nicht mehr.
Mit unverblümter NS-Rhetorik spricht die AfD von antideutscher Kunst und Kultur und verspricht, eine angebliche „Identitätsstörung durch eine neue, patriotische Kulturpolitik [zu] heilen“[7]. Sie will Patriotismus in den Mittelpunkt der Kunst und Kultur stellen, indem sie „vorwiegend solche Kunst förder[t], die einen Beitrag zu deutscher Identitätsfindung leistet.“[8]
In der Bildung sieht es nicht besser aus.
Die AfD will Lehrpläne ändern, um Schüler*innen im „Geist der Liebe zu ihrer Heimat und dem deutschen Volk zu erziehen“. [9] Im Fach Geschichte will sie „einen deutlichen Schwerpunkt auf die Entstehung und die Erfolgsgeschichte dieses [deutschen] Staates legen.“ [10]
Sie behauptet: „Echte Bildung besteht nicht allein in der Aneignung von Kompetenz und Wissen, sondern auch in der Bildung einer stabilen Nationalidentität.“ Das will sie erreichen mit dem Hissen der Bundesflagge und dem „…gemeinsame[n] Singen der Nationalhymne im Kreise der gesamten Schüler- und Lehrerschaft als festen Bestandteil von Feierlichkeiten im Umfeld der Schule…“[11]. Das wäre die erinnerungspolitische Wende um 180 Grad, die der Nazi Björn Höcke seit Jahren fordert.
Minderheitenschutz und gleiche Chancen für alle lehnt die AfD ab. Das demokratische Prinzip nennt sie an Schulen fehl am Platz.[12] So will sie auch nur diejenigen Fördern und bilden, die sie für würdig hält. Sie bezeichnet Inklusion als „Experiment“ und erklärt es sogleich für „gescheitert“. Kinder mit Behinderung beschreibt sie als nicht normal und will sie in Förderschulen auslagern. [13]
Kinder von Geflüchteten werden pauschal kriminalisiert und als Ursache für Lehrer*innenmangel dargestellt. Sie sollen daher in Sonderklassen unterrichtet werden. [14]
Für alle, denen das nicht gefällt, will die AfD dafür sorgen, dass an allen Schulen Wachdienste eingerichtet werden, die den jeweiligen Schulleiter*innen unterstehen.[15]
Wirtschaft
Die AfD würde der eigenen Wirtschaft schaden. Durch den erwartbaren Imageverlust und ihre Abschottungspolitik würde sie den Fachkräftemangel noch verschärfen.
Mit ihrer Rhetorik und der Ankündigung von millionenfacher Deportation macht die AfD den Wirtschaftsstandort Sachsen-Anhalt zum Risiko für alle Menschen, die zum Arbeiten ins Land kommen wollen. Arbeiter*innen aus dem Ausland überlegen es sich doppelt, ob sie in ein Land mit einer starken AfD ziehen möchten, die sie dort nicht haben will. Das verschärft den ohnehin schon drastischen Fachkräftemangel. Deshalb warnen auch Unternehmen und Wirtschaftsvertreter*innen vor der Gefahr durch die AfD.[16][17] [18]
Quellen
[1] https://www.aufstehen-gegen-rassismus.de/fakten-afd-versprechen/#arbeitnehmer*innen
[2] https://www.aufstehen-gegen-rassismus.de/wp-content/uploads/26-07-13_AfD-Programm-Sachsen-Anhalt.pdf (S. 57 – 6.20.)
[3] https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2025/kw41-de-infrastrukturfinanzierung-1111766
[4] https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2024/kw27-de-strukturwandel-1010734
[5] https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2025/kw41-de-schienennetz-1111832
[6] https://www.aufstehen-gegen-rassismus.de/wp-content/uploads/26-07-13_AfD-Programm-Sachsen-Anhalt.pdf (S. 20 – 1.18.)
[7] https://www.aufstehen-gegen-rassismus.de/wp-content/uploads/26-07-13_AfD-Programm-Sachsen-Anhalt.pdf (S. 33)
[8] https://www.aufstehen-gegen-rassismus.de/wp-content/uploads/26-07-13_AfD-Programm-Sachsen-Anhalt.pdf (S. 35 – 3.7.)
[9] https://www.aufstehen-gegen-rassismus.de/wp-content/uploads/26-07-13_AfD-Programm-Sachsen-Anhalt.pdf (S. 43 – 4.12.)
[10] https://www.aufstehen-gegen-rassismus.de/wp-content/uploads/26-07-13_AfD-Programm-Sachsen-Anhalt.pdf (S. 42 – 4.8.)
[11] https://www.aufstehen-gegen-rassismus.de/wp-content/uploads/26-07-13_AfD-Programm-Sachsen-Anhalt.pdf (S. 43 – 4.13.)
[12] https://www.aufstehen-gegen-rassismus.de/wp-content/uploads/26-07-13_AfD-Programm-Sachsen-Anhalt.pdf (S. 47 – 4.27.)
[13] https://www.aufstehen-gegen-rassismus.de/wp-content/uploads/26-07-13_AfD-Programm-Sachsen-Anhalt.pdf (S. 41 – 4.4.)
[14] https://www.aufstehen-gegen-rassismus.de/wp-content/uploads/26-07-13_AfD-Programm-Sachsen-Anhalt.pdf (S. 45 – 4.23.)
[15] https://www.aufstehen-gegen-rassismus.de/wp-content/uploads/26-07-13_AfD-Programm-Sachsen-Anhalt.pdf (S. 48 – 4.32.)
[16] https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/evonik-chef-kullmann-afd-demokratiegefaehrdung-li.3242895
[17] https://www.sueddeutsche.de/panorama/unternehmer-spitzenverbaende-der-wirtschaft-warnen-vor-afd-wahlerfolgen-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-231231-99-449588
[18] https://www.sueddeutsche.de/politik/wahlen-wirtschaft-besorgt-afd-umfragewerte-besorgniserregend-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-240727-930-185800
Weiteres Material zur AfD in Sachsen-Anhalt
“Warum die AfD verboten werden muss – eine Auswertung mit Blick auf Sachsen-Anhalt.”
Analyse von AfD Verbot jetzt!
“Sachsen-Anhalt vor der Landtagswahl 2026”
Analyse des Instituts für demokratische Kultur
Szenarien bei Machtübernahme:




